Sein Werk

Armand bzw. Strubberg setzte sich zum Ziel, den amerikanischen Westen seinen Lesern in spannender Form näher zu bringen und war damit ein Vertreter der Literaturgattung, die Andreas Graf so treffend als ethnographischen Gesellschaftsroman bezeichnet hat. Weit stärker als andere Vertreter dieser Gattung gab er jedoch vielen seiner Romane einen autobiographischen Anstrich, indem er zwar in der dritten Person erzählte, seinen Helden aber Armand nannte und damit die Grenze zwischen Autor- und Erzähler-Ich bewusst aufhob. Wie geschickt er dies tat, kann man an den bisherigen Studien zu seiner Vita ablesen, denn oftmals füllten die Biographen die großen Lücken in der Quellenüberlieferung zu Strubbergs Leben notgedrungen mit diesen vermeintlich autobiographischen Erzählungen.

Einige Jahre fand er ein dankbares Lesepublikum und erlangte eine gewisse Berühmtheit. Als sein Stern Ende der siebziger Jahre zu sinken begann, widmete er sich auch anderen literarischen Gattungen, und es ist eine Ironie dieses Schriftstellerlebens, dass er das, was er am Anfang seiner Karriere als Mangel bezeichnete, nun zu seinem höchsten Ziel erkor: Wie auch Möllhausen, Gerstäcker und später Karl May versuchte er sich erfolglos als Dramatiker - am Ende seines Lebens wollte er unbedingt als Dichter anerkannt werden.

Armands Werke, die denen eines Balduin Möllhausen oder Friedrich Gerstäcker nicht nachstehen, sind heute weit weniger bekannt als die seiner vorgenannten Zeitgenossen, deren Popularität er zu Lebzeiten teilte. Dies ist vor allem zwei Umständen geschuldet, deren erster den zweiten bedingt: Dem Autor gelang es trotz intensiver Bemühungen nicht, seine Schriften in einer großen, repräsentativen und durch einen günstigen Verkaufspreis in hohen Auflagenzahlen gedruckten Gesamtausgabe zu verbreiten. Mehrfache Verlegerwechsel und der Bankrott seines Hauptverlegers Carl Rümpler mit den anschließenden juristischen Streitigkeiten um die Verlagsrechte an den dort erschienenen Werken war einer der Gründe.

Besonders aber, dass er die Rechte an seinen mit Abstand populärsten Werken Amerikanische Jagd- und Reiseabenteuer und Carl Scharnhorst vollständig abgetreten hatte, machten die Herausgabe einer Werkausgabe für jeden Verleger finanziell unattraktiv. Dadurch waren viele der Bücher Armands schon bald in öffentlichen Bibliotheken kaum noch zugänglich, und insbesondere die späten Werke wie Zwei Lebenswege oder Die geraubten Kinder sind heutzutage selbst in großen privaten Spezialsammlungen deutschsprachiger Reise- und Abenteuerliteratur selten. Zudem existiert bis heute keine vollständige und in allen Details zuverlässige Bibliographie der zu Armands Lebzeiten erschienenen Ausgaben seiner Werke.

Im Zuge der Arbeit der im Tectum Verlag erscheinenden Marburger Ausgabe wird auch diesem Umstand abgeholfen.

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